
Auf einem meiner Spaziergängen begegneten mir 2 Frauen mit ihren Hunden. Sie riefen mir zu das sie einen anderen Weg einschlagen würden, da sie mit einem der beiden Hunde nicht an anderen Artgenossen vorbei gehen könnten. Ich war etwas irritiert und da ich die andere der beiden Frauen kannte beschloss ich diese anzurufen um zu erfahren wer dieser "gefährliche" Hund ist und wie ich sein Frauchen erreichen kann. Nach 2 Telefonaten mit der Hundebesitzerin verabredeten wir uns zu einem ersten Treffen.
Hundehalterin: Sabine
Hund: Benno
Malamut-Bernasenne-Mix; 6 Jahre alt; Rüde; mit ca. 4 Jahren kastriert;
mit 4 Monaten von Sabine übernommen. Bis dahin lebte Benno auf einem Bauernhof.
Nun lebt er alleine mit Sabine. Bis zu seinem 2-3 Lebensjahr war er sehr freundlich
mit Artgenossen. Dann fing Agression gegen Rüden an. Nicht mehr zu händeln
bei läufigen Hündinnen, es erfolgte die Kastration. Danach wurde er ruhiger
und das Spazieren gestaltete sich einfacher, leider macht er jetzt keine Unterschiede
mehr bei Attacken auf Hunde. Er hat auch schon 2 kleinere ernsthaft verletzt.
Mit Menschen ist er o.K., wobei er sehr vorsichtig, eher ängstlich ihnen gegenüber
ist.
Im Sommer 2001 arbeiteten wir dann miteinander. Ich habe zuerst mit Benno Bodenarbeit gemacht. Als Hilfsmittel diente mir ein Halti (das wir bald nicht mehr brauchten) und eine Körperbandage. Später unterstütze mich noch meine Hündin Distel und natürlich die verschiedenen TTouches. Wir hatten 5 Termine und gingen 3mal miteinander spazieren. Sabine hat mir erlaubt folgenden Brief zu veröffentlichen wofür ich mich hier noch einmal herzlich bedanken möchte!
Liebe Claudia,
seit wir im Sommer letzten Jahres mit der Teamarbeit begonnen haben, hat sich Bennos Verhalten sehr positiv geändert. Erste Erfolge waren ja damals schon sichtbar, doch inzwischen hat sich trotz unserer Winterpause einiges getan, wovon ich Dir berichten möchte.
Schon nach ein paar Terminen mit Dir konnte ich einige Veränderungen feststellen. Benno war lange nicht mehr so aggressiv gegenüber anderen Hunden, er wurde merklich ruhiger und gelassener. Auch die Arbeit mit Distel zusammen hat einiges bewirkt - allein die Tatsache, dass wir bei mir zu Hause mit zwei Hunden im Wohnzimmer sitzen konnten, war schon bemerkenswert. Die gemeinsamen Spaziergänge im Dobeltal ließen mich immer wieder über meinen Hund staunen, denn Benno verhielt sich gegenüber Distel richtig cool.
Inzwischen kann ich Benno oft frei laufen lassen, mein Vertrauen zu ihm hat sich durch die gemeinsame Arbeit verstärkt und ich denke, dass umgekehrt Benno auch zu mir einen anderen Zugang gefunden hat. Er hört viel besser auf mich, ist verspielter als zuvor, entfernt sich nicht mehr so weit und ist viel aufmerksamer. Insgesamt macht Benno einen sehr ausgeglichenen Eindruck, der sich auch auf seine körperlichen Beschwerden (die Bauchspeicheldrüse ist laut neuester Bioresonanzanalyse ausgesprochen stabil geworden) positiv ausgewirkt hat. Bei Begegnungen mit fremden Hunden macht er zwar hin und wieder noch einen auf Halbstark, aber nicht jeder ist gleich ein potentieller Feind. Die Zahl der Hunde, an denen man ohne Umstände vorbei laufen kann, wird immer größer. Kein Zerren an der Leine, Knurren oder sonstige Mätzchen. Unsere Spaziergänge sind zu einem Vergnügen geworden und verlaufen richtig entspannt. Besonders bemerkenswert ist, dass diese Veränderungen sich trotz unserer Behandlungspause gefestigt haben, also offensichtlich kein vorübergehender Zustand sind.
Außer mir selbst sind auch noch Freunde von mir mit Benno unterwegs, die mal für mich einspringen. Auch von dieser Seite höre ich viel Positives, was mich ganz besonders freut. Es fällt mir viel leichter, Benno mal jemand anders anzuvertrauen. Aus Angst vor Hundekämpfen oder irgendwelchen anderen unangenehmen Dingen wollte ich mich nur selbst um Benno kümmern, was nicht immer ganz einfach ist und meine Aktivitäten ohne Hund ganz erheblich eingeschränkt hat. Um so schöner ist es jetzt, da ich mir wirklich keine Gedanken mehr machen muss, wenn Benno mal einen Abend bei der Nachbarin verbringt. Mein Leben ist weitaus einfacher geworden und darüber freue ich mich ganz besonders.
Auf diesem Weg möchte ich Dir für Deine Arbeit mit Benno und mir danken. Ich denke, dass auch die anderen Veränderungen in meinem bzw. unserem Umfeld dazu beigetragen haben, dass Benno sich so wunderbar entwickelt hat. Dennoch konnte ich direkte Auswirkungen Deiner Arbeit erkennen und ich freue mich sehr, dass wir unser gemeinsames Ziel erreicht haben. Benno wird wohl nie einer sein, den man problemlos auf andere Hunde zugehen lassen kann, aber darum ging es uns ja auch gar nicht. Wir wollten eine entspannte und tolerante Atmosphäre schaffen, in der Benno und ich vertrauensvoll miteinander umgehen können, und das ist uns voll geglückt. Nochmals ganz lieben Dank - und hoffentlich finden noch mehr Besitzer schwieriger Tiere den Weg zu Dir. Du hast eine wunderbar ruhige und liebevolle Art mit Mensch und Tier umzugehen, das ist einfach nur bewundernswert.
Liebe Grüsse
Sabine

Mitglied im FCI, VdH und BCD
Fallbeispiel Benno